Viele Leute wissen mit dem Begriff "Schneidwerkzeugmechaniker" und "Messerschmiedtechnik und Schleiftechnik" überhaupt nichts anzufangen. Wir wollten bei einer Umfrage in der Innenstadt von Bad Neustadt wissen, wer diesen Beruf überhaupt kennt.
Bohren, Fräsen, Abtrennen, Sägen, Schweißen, Schleifen, Vermessen und noch viel mehr beschäftigt einen Schneidwerkzeugmechaniker während der Arbeitszeit. Diese Fertigkeiten benötigt er, um zum Beispiel einen Bohrer oder einen Fräser herzustellen.
Aber nicht nur das Herstellen neuer Werkzeuge steht auf der Tagesordnung, sondern es gehört auch das Instandsetzen von stumpfen oder kaputten Werkzeugen zum beruflichen Alltag. Ob nun Werkzeuge aus Haushalt oder Industrie, Landwirtschaft und Handwerk stammen – wir machen alles scharf!
Werkzeuge für die Holz-, Metall- und Kunststoffbearbeitung werden – betrieblichen Vorgaben folgend – unterschiedlich geschärft. Dies muss der Facharbeiter erkennen und analysieren; zudem muss er die manuelle Maschine einstellen oder bei CNC-Steuerungen Maschinen programmieren.
Feuer und Stahl sind die Grundzutaten jedes handgefertigten Messers. Es gibt Hunderte Arten von Messern: Jagdmesser, Taschenmesser, Kochmesser, Metzgermesser, Filetiermesser und viele mehr.
Heute stellt Martin ein Jagdmesser her. Zuerst erstellt der Messerschmied einen Entwurf mithilfe einer Skizze, die er schon am Vorabend erstellt hat. Dann geht er in die Werkstatt und entzündet das Schmiedefeuer. In der Zwischenzeit sucht er sich ein passendes Stück rostfreien Rohstahl, aus dem er anschließend das Jagdmesser schmiedet. Hierbei sind fünf Hitzen (fünfmaliges Glühen auf Schmiedetemperatur) notwendig.
Den fertig geschmiedeten Rohling schleift er jetzt auf dem Bandschleifer grob vor und gibt dem Messer seine Grundform. Nun erwärmt er das Messer bei ca. 1100 Grad im Härteofen und schreckt es anschließend in Härteöl ab. Dabei wird das Messer sehr hart, aber auch sehr spröde. Diese Härte ist also für den Gebrauch ungeeignet. Deshalb muss das Messer noch einmal auf ca. 200 Grad erwärmt ("angelassen") werden. Nun ist das Messer zähhart, also gebrauchsfähig.
Am großen Schleifstein schleift Martin das Messer jetzt fertig, aber die Oberfläche ist noch nicht zufrieden stellend. Darum muss das Messer auf der Polierscheibe hochglanzpoliert werden.
Anschließend montiert der Messerschmied den Griff auf das Messer. Hierbei verwendet er ausgefallene Hölzer – in diesem Fall Rio-Palisander, ein wunderschön gemasertes Holz. Der Griff muss jetzt der Handform angepasst werden.
Nun wird das ganze Messer einschließlich des Griffs geschwabbelt; dies ist das Polieren mit Polierpaste auf einer Leinentuchscheibe. Nun hat das Messer einen Hochglanz, sodass man sich darin spiegeln kann. Nach dem Abziehen der Klinge auf einem Arkansas (ein ganz besonders feiner Abziehstein) ist das Messer fertig – und rasierklingenscharf! Für den Transport benötigen wir noch eine Scheide aus Leder mit besonderer Verzierung.
Scheren, die nicht mehr richtig schneiden, werden nicht einfach weggeschmissen! Sie kommen zu einem Mann – Martin. Er schleift sie wieder so scharf wie Chili, eine wahre Kunst des Scherenschleifens, wie die Reportage zeigt.
Nicht in die Spülmaschine, nicht auf Porzellan schneiden, immer gleich abwaschen und trockenreiben – das sind einige der Tipps, damit Messer und Scheren lange scharf bleiben. Wer trotzdem mal ein neues Messer kaufen muss, geht in Bad Neustadt in ein Fachgeschäft am Marktplatz. Auch wir waren dort.
Jeder von uns hat schon einmal einen Bohrer in der Hand gehabt oder damit gearbeitet. Aber wie entsteht so ein Bohrer überhaupt? Haben Sie sich schon einmal gefragt, wie die Spirale zustande kommt? Ja? Wir erklären es Ihnen.
Was ist ein Fichtenmoped? Und was hat es mit unserem Beruf zu tun? Der Frage sind wir auf den Grund gegangen, wir befragten Passanten auf dem Marktplatz.
Mit Fichtenmoped bezeichnet man eine Kettensäge. Aber kann man so eine Kettensäge überhaupt schärfen? Worauf muss man achten? Es ist nicht einfach! Unsere Schneidwerkzeugmechaniker Marc und Manuel machen es vor.
Und unsere kleine Comedy zeigt, dass man mit Sägeketten nicht nur Kettensägen kann.
Schneidwerkzeugmechaniker sind nicht nur Experten für Messer, Scheren oder Sägeketten. Wir stellen auch komplizierte Fräsen oder Bohrer her, die es in keinem Baumarkt gibt. Für das Instandsetzen und Herstellen der Werkzeuge benötigt man Maschinen mit hoher Präzision. Daher kommen immer mehr computergesteuerte CNC-Maschinen zum Einsatz. Diese erleichtern das Schleifen von Werkzeugen, weil sie komplizierte Schneidengeometrien exakter und vor allem schneller schleifen.
Um diese Geometrien zu erfassen, sind nicht selten hoch komplizierte Messmaschinen notwendig, die die Geometrien, wie z.B. die Spirale, Freiwinkel und Spanwinkel eines Fräsers, genau erfassen und berechnen. Fertigungsbetriebe benötigen zunehmend Werkzeuge, die mit Toleranzen im Bereich von hundertstel oder sogar von tausendstel Millimeter geschliffen sind. Nur so sind die geforderten Genauigkeiten und Oberflächengüten der herzustellenden Werkstücke einzuhalten. Darüber hinaus wird mit immer höheren Schnittgeschwindigkeiten gearbeitet. Nur durch genaueste Neuanfertigung und Instandsetzung (Nachschleifen) kann die dafür erforderliche Rundlaufgüte der Werkzeuge gewährleistet werden.
Die Firma Weisskopf in Meiningen ist auf solche Werkzeuge spezialisiert, die höchsten Anforderungen genügen müssen.
Diese auf Mikrometer genaue Technik kommt nicht nur in der Automobilindustrie oder Luftfahrttechnik zum Einsatz. Auch ein simpler Fleischwolf kann erst durch die Kunst des Schneidwerkzeugmechanikers so richtig gutes Hackfleisch machen. Die Firma Jopp in Bad Neustadt stellt solche Schneidsätze für Fleischwölfe her – wir haben sie besucht.
Wir, die Klasse MSM12b der Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt an der Saale, lieben unseren Beruf, weil er so vielseitig ist, Spaß macht und….und…und... Aber mit der Freude am Beruf sind wir nicht allein. Wir haben unsere Mitschüler befragt: Was fasziniert euch an diesem Beruf?
Genau genommen, hat es schon in der Steinzeit Schneidwerkzeugmechaniker gegeben – oder wer hat sonst die Faustkeile scharf gehauen? Wie sich der Beruf entwickelt hat, und dass er optimistisch in die Zukunft blickt, hat uns Innungsobermeister Oliver Gayer erzählt.
Die Grundausbildung absolviert der Lehrling in einem Ausbildungsbetrieb und in der nächstgelegenen Berufsschule – Fachbereich Metalltechnik. Im zweiten, dritten und vierten Halbjahr folgt dann die Spezialisierung: Aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz kommen die Auszubildenden an die Jakob-Preh-Schule in Bad Neustadt, dort werden sie mit moderner Maschinen- und Medientechnik geschult. Die Ausbildung findet im Blockunterricht statt. Insgesamt dauert die Ausbildung zum Schneidwerkzeugmechaniker dreieinhalb Jahre.
Die Zwischenprüfung sowie die Gesellenprüfung werden an der Berufschule in Bad Neustadt unter Leitung der Innung Nordbayern abgenommen. Die Meisterausbildung erfolgt an der Jakob-Preh-Schule und wird an mehreren Wochenkursen durchgeführt. Die verbleibenden Elemente der Ausbildung kann jeder Teilnehmer/jede Teilnehmerin an einer seinem Wohnwort nächstgelegenen Weiterbildungseinrichtung der Handwerkskammer absolvieren. Die Prüfung wird an der Schule durchgeführt.
Schluss mit Maschinen, die crashen statt "schleifen"!
Nie wieder kaputte oder stumpfe Werkzeuge für Ihre Kunden!
Machen Sie aus Schrott wieder schneidkräftige, scharfe Werkzeuge!
Freuen Sie sich jetzt auf die neue Hightechmaschine, die Ihnen Horst und Bob vom schuleigenen Verkaufskanal vorstellen!
Nach höchsten Qualitätsstandards und aus hochwertigem, rostfreiem Edelstahl erschaffen, lässt diese Hightechmaschine an Design, Griffigkeit und Schleiffertigkeit keine Wünsche offen! Sie werden sie mit Freude benutzen und mit Stolz besitzen!
Die staatliche Berufsschule Bad Neustadt an der Saale wurde 1929 gegründet. Sie ist eng mit der Firma Preh GmbH verbunden und wurde 1996 auf den Namen "Jakob-Preh-Schule" getauft. Die ursprüngliche handwerkliche Ausrichtung der Schule wurde im Lauf der Jahre durch Bildungszweige mit industrieller Orientierung ergänzt. Heute werden an der Schule Schüler in den Fachrichtungen Bautechnik, Elektrotechnik, Farbe/Raumgestaltung sowie Metalltechnik und Wirtschaft & Verwaltung ausgebildet. Mit ihren 1654 Schülern ist die Staatliche Berufsschule Bad Neustadt an der Saale für die Wirtschaft der Region ein wichtiger Partner in der Erstausbildung und profiliert sich außerdem als Fort- und Weiterbildungszentrum. Der Ausbildungsberuf Schneidwerkzeugmechaniker ist seit dem Schuljahr 1980 ein Bundessprengel an dieser Schule.