
Es gibt an unserer Schule unterschiedliche Ausbildungsrichtungen: Zupfinstrumenten-, Blechblasinstrumentenmacher und Geigenbauer haben sich dann schließlich auch in Gruppen aufgeteilt.
Seit mehreren hundert Jahren gilt Mittenwald als ein Zentrum des Instrumentenbaus. Vor allem Geigen aus dem kleinen Markt haben einen guten Namen. Wir wollten vom Touristen-Führer in Mittenwald wissen, woran man denn erkennt, dass Mittenwald vor allem für den Geigenbau steht. Dabei sind wir zuerst auf einen Namen gestoßen: Matthias Klotz.

Um Ihnen einen Eindruck von unserem Beruf zu vermitteln sind Anni, Jakob, Thomas und Alex extra für Sie ins Messingwerk nach Vöhringen bei Ulm gefahren.
Angefangen hat die Firma Wieland als Glockengießerei. Das war 1820. Damals hatte Wieland gerade mal 38 Mitarbeiter. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das zerstörte Werk wieder aufgebaut.
Heute ist es 2,5 Kilometer lang. Rund 3.000 Mitarbeiter sind dort beschäftigt - weltweit sind es noch einmal so viele.
Das Werk in Vöhringen ist gut für Rekorde: Die Ansammlung von Produktionshallen ist die weltweit größte zusammenhängende Produktionsanlage für Kupferlegierungen. Es braucht mehr Strom als die Stadt Vöhringen selbst.Das Messing kommt bei uns an der Berufsschule als dünnes Blech an. Dann bearbeiten wir es. Zum Beispiel mit einer Stange, die konisch zuläuft. Aber - was ist eigentlich "konisch"? Die Leute in Mittenwald versuchen, es zu erklären.
Wie wird aus einem unscheinbaren Stück Messingblech ein wichtiger Teil eines Musikinstruments? Viele Arbeitsschritte sind nötig, um einen so genannten Flügelhornanstoß herzustellen. Der Anstoß verbindet die Ventile mit dem Schallstück - ohne ihn würde kein Ton entstehen.
Franziska, Johannes, Christoph und Sebastian haben in der Werkstatt der Berufsschule Mittenwald selbst zugepackt.
Vom Obermeister der Landesinnung Süd des Bayerischen Musikinstrumenten-Handwerk, Fachverband Vorsitzender Musikinstrumente im GDM, Stellvertretender Bundesinnungsmeister, Metallblasinstrumentenmachermeister, ... Thomas Hahn.
Wir bekamen sehr interessante Informationen über die Fertigung eines Instruments und die Vorteile von handgefertigten Bauteilen. Wir haben ihn auch über die verschiedensten Materialien im Instrumentenbau befragt und deren Vor- und Nachteile. Da die Entwicklung bei den Instrumenten ziemlich fortgeschritten ist, aber immer noch etwas verbesserte werden kann, berichtete er auch über die Störstellen. Ein heikles Thema in unserem Interview war auch, welche Auswirkungen die Lackierung, Versilberung oder eine spezielle Veredelung mit sich bringt. Zu Schluss versuchten wir noch ein paar Tricks im Instrumentenbau aus ihm herauszukitzeln.
Um eine Klarinette oder andere Holzblasinstrumente zu reparieren, braucht man viel Erfahrung und handwerkliches Geschick, wie unsere Gruppe von Stefan Helmig, dem Holzblasinstrumenten- macher der Firma "Münchner Blech- und Holzblasinstrumente", erfahren hat.
Spannend sind auch Umbauten an der Mechanik, wenn z. B. ein Musiker plötzlich einen seiner Finger verliert und das Musizieren auf keinen Fall aufgeben möchte.
Nach dem Besuch bei Stefan Helmig sind wir zur Firma "Paetzold" gefahren. Diese Firma stellt viereckige Flöten her, vom Bass bis zum Subkontrabass und zum Teil mehr als zwei Meter groß. Dort fragten wir Herrn Paetzold selbst, wie er eigentlich auf diesen ungewöhnlichen Gedanken gekommen ist, Flöten aus Sperrholz zu bauen.
Man wird als Instrumentenmacher immer wieder gefragt: Was ist eigentlich Tonholz und worin besteht der Unterschied zu "normalem" Holz? Die Antwort auf diese Frage ist nicht ganz einfach und in einem Satz nicht zu beantworten. Es fängt schon mit dem Wachstum des Baumes an und der Beschaffenheit des Bodens - bekommt er wenig oder viel Licht.
Allgemein kann man sagen, dass das beste Tonholz oberhalb von 1.000 Meter wächst. Die weitergehende Verarbeitung umfasst das Trocknen, sowie das Schneiden und Lagern des Holzes, welches die Aufgabe der Tonholzhändler ist. Die verschiedenen Eigenschaften wie Steifigkeit, Gewicht und nicht zuletzt das Aussehen entscheiden, ob das Holz überhaupt für ein Instrument geeignet ist. Für dieses Thema haben sich Nico, Frank und Jakob mal bei verschiedenen Meistern umgehört.
Doch gutes Tonholz alleine reicht nicht, um hervorragende Instrumente zu bauen.
Jeder Geigenbaumeister hat zum Beispiel seine ganz eigenen Tricks, die er nur ungern preis gibt. Wir haben trotzdem versucht und mit zwei erfahrenen Geigenbaumeistern gesprochen und gefragt was alles wichtig ist, um ein Meisterstück herzustellen.
Es ist eine ungewöhnliche Kombination, die es in Füssen gibt. Eine Gitarren- und eine Geigenwerkstatt unter einem Hut. Normalerweise gibt es eine solche Zusammenarbeit nicht. Aber hier hat es funktioniert - und wie.