Im Arbeitsalltag spielt auch das Hinhören auf Klänge und Geräusche oft eine wichtige Rolle: Hören, ob die Maschine richtig läuft, ob das Fett in der Pfanne heiß genug ist, ob das Holz feucht oder trocken ist. Nur, wenn Kollegen sich gegenseitig zuhören, funktioniert ein Team.
Deshalb steht die Förderung der Kulturtechnik "Zuhören" im Mittelpunkt des Projekts "Das kann nicht jeder". Angehende Handwerker hören älteren, erfahrenen Kollegen zu und erhalten so überliefertes Wissen. Auf diese Weise bekommen sie außerdem einen stärkeren Bezug zur Geschichte ihres Standes.
In Workshops mit Radio-Journalisten lernen sie, wie man Fragen formuliert und wann man nachhaken sollte, um die wirklich interessanten Geschichten zu hören. Die Auszubildenden dokumentieren ihre Recherche mit Mikrofon und Aufnahmegerät und erarbeiten unter Anleitung akustische Portraits ihrer Berufe.
Für die Auszubildenden bedeutet "Das kann nicht jeder" ein umfassendes Lernfeld: Im Team müssen sie gemeinsam Entscheidungen treffen, Schwerpunkte setzen, Wichtiges von weniger Wichtigem unterscheiden. Sie erschließen sich selbstständig Informationsquellen und repräsentieren ihren Beruf. Sie erfahren etwas über die Entwicklung und institutionelle Struktur ihres Berufsstandes - und nicht zuletzt lernen sie zuzuhören.
Der Bayerische Rundfunk berichtet über das Projekt, die akustischen Porträts werden im Internet und auf CDs veröffentlicht. So können sich andere Jugendliche, die auf der Suche nach dem richtigen Beruf sind, aus ihrer eigenen Perspektive auch über ausgefallenere Handwerksberufe informieren.